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Der Zylinderkopf wird
gegen den Zylinderblock mit einem wahren
Dichtungssystem abgedichtet.
Da ist zunächst die Hauptdichtung (hier Teil 7)
aus einem Verbundwerkstoff, der um die
Zylinderbohrungen durch einem Metallring
geschützt wird. Bei moderneren Motoren wird auch
eine Dichtung aus mehreren Lagen dünnem
Aluminiumblech verwendet. Beim Kettenschacht ist
die Kopfdichtung entweder mit einem Dichtmittel
beschichtet oder es wird hier ein Dichtring (Teil
8) eingelegt.
Weitere O-Ringe befinden sich um die
Ölsteigleitungen. Sie sind entweder mit der
Dichtung verbunden oder werden als Einzelteile
beigelegt.
Tritt zwischen Kopf und Zylinder Öl aus, ist
entweder die Dichtung defekt oder die
Zylinderkopfschrauben müssen
nachgezogen werden - dann gibt es aber keine
Garantie für Dichtigkeit. |
Ausbauen der alten Dichtung
Um die Dichtung zu tauschen, muss der Zylinderkopf
ausgetauscht werden. Das ist in der Regel bei
eingebautem Motor möglich. Wenn nur die Kopfdichtung
und nicht die Zylinderfußdichtung gewechselt werden
soll, muss der Zylinder gegen den Motorblock gepresst
werden - am besten über Spanngurte.
- Als Erstes werden der Tank und die Vergaser
entfernt, der Ventildeckel abgenommen und der
Steuerkettenspanner abgebaut, damit die Steuerkette
gelockert ist.
- Jetzt kann man die Teile des Ventiltriebs ausbauen
(Nockenwellen, Kipphebel, Ventilshims usw.)
und die Zylinderkopfmuttern lösen. Alle Teile
solltest Du in der richtigen Zuordnung auf eine
saubere Unterlage legen. Die Steuerkette sicherst Du
mit einem Draht, damit sie nicht in den
Steuerschacht rutschen kann.
- Vor dem Abnehmen des Kopfes löst Du alle
Kopfschrauben. Achtung: Nicht die kleine M6-Schraube
vergessen, die "kopfüber" am Kopf
zwischen den mittleren Zylindern hängt.
Zum Lockern verwendet man einen
Kunststoffhammer mit dem Du vorsichtig in Richtung
der Kühlrippen schlägst - und zwar rund um den
Kopf. Niemals solltest Du von oben oder von unten
auf die Rippen schlagen bzw. einen Keil zwischen
Zylinder und Kopf treiben. Die Rippen werden sonst
leicht brechen.
- Ist der Kopf lose, kannst Du ihn über die
Stehbolzen heben und ausbauen. Als nächstes
entfernst Du sorgfältig die alte Dichtung.
Überprüfen des
Zylinderkopfes
Schau Dir die Brennräume an. Starke
Ölkohleablagerungen müssen mit einem abgerundeten,
weichen Metallschaber aus Aluminium oder Kupfer entfernt
werden. Die Dichtfläche wird mit Bremsenreiniger aus
der Sprühdose gereinigt. Achte auf Beschädigungen
(tiefe Kratzer, Risse). Mit einem Haarlineal sollte
geprüft werden, ob sich der Kopf verzogen hat. Falls
ja, muss er in einem Fachbetrieb geplant werden.
Überlege Dir auch, ob bei der Gelegenheit auch die
Ventile und die Führungen überholt werden sollten. Bis
etwa 60.000 km reicht meist das vorsichtige Nachschleifen der
Ventilsitze mit Schleifpaste. Bei hohen
Kilometerleistungen größer als 100.000 km müssen die
Sitze nachgefräst werden, sowie neue Ventile und
Führungen montiert werden. Suzuki empfiehlt übrigens
neue Ventile nicht (!) mit Schleifpaste einzuschleifen.
Überprüfen der Zylinder
und Kolben
Drehe die Kurbelwelle und prüfe die Zylinderlaufbahnen
(Riefen, starke Stosskante) und ob der Kolben
beschädigt (Risse, Ausbrüche, Löcher).
Bei all diesen defekten kommst Du um eine
Motorüberholung nicht herum. Aber vielleicht hast Du
Glück und ein Blick auf den Kolbenboden zeigt
möglicherweise nur Ölkohle, die Du vorsichtig mit dem
Schaber entfernst - besonders aus den Ventiltaschen.
Achte dabei darauf, dass sich keine Rückstände
zwischen Kolben und Zylinder schieben.
Auch hier wird die Dichtfläche wird mit Bremsenreiniger
aus der Sprühdose gereinigt und auf Beschädigungen
(tiefe Kratzer, Risse) untersucht.
Neue oder alte Dichtung?
Keine Frage: Du musst eine neue Dichtung und neue
O-Ringe montieren, denn die alte ist nicht mehr
elastisch genug. Ist die Dichtung aus laminiertem
Aluminiumblechen, kannst Du diese im äußersten Notfall
mit einer Lötlampe erwärmen und so möglicherweise
regenerieren. Alte O-Ringe dürfen niemals
wiederverwendet werden.
Dichtung immer noch nicht
dicht?
Neue Kopfdichtungen sind oft aus dünnen gelaserten oder
gestanzten Blechen hergestellt. Bei Werner lief nach
einer Motorüberholung mehr Öl durch die neue
Kopfdichtung, als der Motor vorher verbraucht hatte.
Auch eine Orginal-Kopfdichtung war nicht besser als die
Nachrüstdichtung von Athena.
Sie wurde erst dicht, nachdem Werner großzügig
Loctite-Schraubenkleber zwischen die einzelnen Lamellen
gegeben hat. Der härtet unter Luftabschluß aus.
Beim Zusammenbau ...
gehst Du in umgekehrter Reihenfolge vor. Achte dabei auf
penible Sauberkeit.
- Zuerst kommt der Kopf drauf. Nun stelle sicher,
dass keine Teile in den Motor fallen können. Ein
Lappen im Steuerkettenschacht wirkt Wunder.
- Der korrekte Einbau der Nockenwellen ist wichtig,
damit die Steuerzeiten stimmen. Wie das geht, steht
im Werkstatthandbuch oder
hier!
- Alle Schrauben und Muttern, besonders die Zylinderkopfmuttern
und die an den Nockenwellenböcken müssen in der
richtigen Reihenfolge (1 - 12 siehe unten) und mit dem richtigen Drehmoment angezogen
werden. Die Kupferdichtungen unter den Kopfmuttern
sollten auch erneuert werden. Ich habe sie aber
schon häufig auf wasserfestem Schleifpapier
abgezogen und mit Erfolg wiederverwendet.
- Ist der Steuerkettenspanner montiert und
eingestellt, drehst Du die Kurbelwelle vorsichtig
durch. Geht das ohne ungewöhnlichen Widerstand und
Geräusche, ist alles in Ordnung.
- Montiere jetzt den Ventildeckel und beachte auch,
wie man die Ventildeckeldichtung
und die Halbmonde perfekt
abdichtet.
- Sind schließlich die Vergaser und der Tank wieder
dran, steht einer Probefahrt nichts mehr im Wege.
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Fertig ...?
Nein, nicht wirklich. Nach etwa 500 - 1000 km müssen
die Zylinderkopfmuttern unbedingt nachgezogen werden, da
sich die Dichtungen setzen können.
Dichtungen aus dem
Zubehörhandel sind hier meist kritischer als die
Originalteile.
Prüfe auch bei der Gelegenheit den Sitz
der Schrauben an den Nockenwellenböcken und den
Kipphebelachsen (GSX-Motoren). |
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