Eigentlich
sind sie unverwüstlich, die wunderbaren
Kardanantriebe der G-Modelle. Doch das ein oder andere
Mal machen sie Mucken. Dann ergießt sich
Schmiermittel aus dem Gehäuse und sucht seinen Weg im
schlimmsten Fall bis zum Reifen - was zu einem
interessanten Fahrverhalten führen kann!
Öl kommt und geht.
Wenn jahrelang alles dicht war und am Kardangehäuse
plötzlich Ölverlust auftritt, der bald darauf wieder zum Stillstand kommt, ist das
meist kein
großes Problem.
Möglicherweise wurde das Öl durch eine
vorübergehend hohe Belastung zu heiß und durch die Entlüftung nach
draußen gedrückt. Hier reicht es aus, wenn der
Antrieb, die Hinterradfelge und der Reifen gereinigt
werden.
Kardanöl schäumt aus
Entlüfteröffnung
Hier kann Wasser eingedrungen sein oder es hat sich
Kondensation gebildet. Da ist ein verschärfter
Ölwechsel angesagt. Also die alte Pampe ablassen, mit
neuem Öl spülen und Öl bis zur Maximalmarke
einfüllen.
Stetiger Ölverlust
Hängt jedoch immer ein Tropfen am Kardangehäuse und
verschmutzt die Felge immer wieder, ist der
Wellendichtring zum Hinterrad defekt und muss
ausgetauscht werden.
Ölverlust nach dem
Ölwechsel
deutet zunächst auf eine Überfüllung hin. Wird
neues Öl in das Kardangehäuse gefüllt, sollte das
Motorrad auf dem Hauptständer stehen und solange
aufgefüllt werden, bis Öl aus dem Einfüllloch
herausrinnt. Danach ist die Verschlussschraube
wieder zu montieren.
Vorgeschrieben ist Getriebe-/Hypoidöl SAE 90 (GL5) oder
SAE 80 bei Temperaturen unter 0°. Niemals sollte man eine geringere Viskosität oder
gar Motoröl verwenden. Dies reduziert die Lebensdauer
der Getriebe-Zahnflanken drastisch! Bei Volllast kann
sich sogar ein völliges “Zerquetschen“ des
Schmierfilmes ergeben. Das führt zu „Pittings“
und zur kompletten Zerstörung des Winkeltriebes.
Die GS 650 G ist etwas Besonderes,
denn deren Primär-Kegelräder werden vom Öl
aus dem Motorblock mitgeschmiert. Alle anderen
G-Modelle, also die GS 750/850/1000/1100G besitzen für den
vorderen Teil des Antriebsstranges ein separates Ölreservoir.
Hier muss ebenfalls Hypoidöl SAE 90 eingefüllt
werden.
Auch für dieses Reservoir existiert eine Entlüftung
und es kann bei zu heißem Schmierstoff oder
Überfüllung zu leichtem Ölverlust
kommen.
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