Gewindereparatur
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Schlag zuviel ... auf die Steckachse, die Mutter schief auf den Bolzen gedreht oder schlicht nur der Pfusch des Vorgängers: an ein vermurkstes Gewinde zu geraten, ist mehr als leicht. Schrauben und Muttern in und an Fahrzeugen haben meist Regelgewinde. Damit sind wir auch schon mitten in der Materie. Man unterscheidet Schrauben oder Gewinde allgemein nach der Form des Gewindes, dem Durchmesser und der Steigung des Gewindes. Häufige Gewindeformen sind Regelgewinde, Feingewinde, Whitworth-Gewinde, Trapezgewinde und Rundgewindearten. US-Amerikaner, Briten und Inder verwenden teilweise noch heute zöllige Maße. Die sind natürlich auch genormt. Was darf's denn sein? |
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Text und Fotos Jens Meyer von www.autoschrauber.de. Für die Veröffentlichung liegt mir die freundliche Genehmigung des Autors vor.
Zu den hier beschriebenen Reparaturen hat sich Werner so seine Gedanken gemacht, die auf langer und manchmal leidvoller Erfahrung basieren:
Gewindefeilen sind mit Vorsicht zu genießen. Erstens war das früher schon ein Notbehelf, zweitens kostet eine gute Gewindefeile auch ganz schön Geld und drittens muss man damit Übung haben. Manchmal ist eine Dreikantschlüsselfeile effektiver.
Ebenso ist es mit den
Gewindeschneidern, die 3-fach Stätze habe
eigentlich ausgedient und taugen auch nur für
Durchgangsgewinde. Am besten wären Gewindeformer aber
die sind richtig teuer.
Ich empfehle gute
Sackloch-Gewindebohrer vom Fachhändler (HSS), die vom
Baumarkt (meist mit "Werkzeugstahl" oder "Spezialstahl"
oder "Carbonstahl" tituliert) taugen eher nichts. Lieber
nur das kaufen was man gerade braucht, als ein
unbrauchbares Sortiment. Marken-Gewindebohrer sind
maßhaltig und standfester. Auch sollte man den richtigen
Kernbohrer haben. In den Sets, die oft im Angebot sind,
ist nur der für M6 drin. Natürlich benötigt man für ein
gerades bzw. senkrechtes Gewinde auch eine anständige
Einspannmöglichkeit (Schraubstock) und zum Kontrollieren
der Gewindeschneiderlage einen Winkel.
Wenn einmal aufgebohrt ist und dann dieses Gewinde vermurkst wird, dann ist das Teil garantiert Schrott und dann hilft nur noch eine Gewindereparatur mit Drahtgewindeinsatz, besser bekannt als "Helicoil". Ich habe ein Sortiment von Westfalia im Einsatz. Die Einbau-Werkzeuge sind wesentlich günstiger als das Orginal, aber nachkaufen sollte man die Original-Gewindeeinsätze.
Bohrarbeiten sollte man dazu vorzugsweise mit einer Ständer- bzw. Säulenbohrmaschine (nicht so eine windige Lösung mit Handbohrmaschine im Wackelständer) ausführen. In Motorradzeitschriften wird gern mal die Handbohrmaschine abgebildet, davon rate ich ab.
An Motorbefestigungen oder an den Bremsen wird oft ein Feingewinde anstelle eines Regelgewindes eingesetzt (z.B. M10x1,25 statt Standard M10x1,5). Eine metrische Standard-Mutter klemmt nach 2-3 Umdrehungen) und wer weitermacht, zerstört das Gewinde.
Inzwischen gibt es Führungshülsen zum Schneiden von Außengewinde, einfach mal googlen. Wenn ein Außengewinde etwas verdrückt ist, z.B. Schraube heruntergefallen, dann eine Mutter aufschrauben und die Mutter auf eine harte Fläche (z.B. Schraubstock) aufklopfen (nur locker aus der Hand heraus), dabei die Schraube rundum drehen. Meist kann man so ohne Nachschneiden das Gewinde wieder gangbar machen.
Die Reparatur von leicht defekten Gewinden mit der Kuchenmesser-Methode möchte ich eigentlich nicht kommentieren. Besser ist es, eine Schraube bzw. Mutter seitlich mit einer Fläche oder Kerbe zu versehen. Das wirkt wie eine Schneidkante und man hat sich eine Reparaturwerkzeug geschaffen. Dieses Werkzeug dann mit Schmiermittel auf das vermackte Gewinde setzen und vorsichtig im Pilgerschritt-Verfahren (2 Schritte vor und einer zurück) eindrehen.
Michael (06.04.13 ) [Start]